Mein Körper gehört mir nicht

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( Danke an Chris Schulz fürs aufnehmen und rasend schnell online stellen <3 )

Mein Körper gehört mir nicht.
Er gehört Leuten, die ihn nichtmal kennen.
immer wenn ich anfange zu glauben dass er doch ein Stück weit mir gehört, gibt es Menschen die bereit stehen um mir zu zeigen: das ist nicht so, du hast Unrecht.
Wenn ich Texte, Lieder, Bücher gefunden habe die mich tragen und Stärken, Blogs Bilder zeigen die mich unterstützen,
denke ich für kurze Zeit, dass es vielleicht auch anders geht.
Doch dann passieren Dinge und ich merke wieder:
Mein Körper gehört mir nicht.Und gerade glaube ich nicht daran, dass sich das ändern wird. Ich glaube nicht daran, denn selbst in Räumen in den Utopien entstehen, selbst in Räumen in denen alle mitsingen wenn es um Konsens geht, selbst dort gelten die Regeln nicht für meinen Körper.
Nicht für meinen Schwarzen Körper.
Nicht für meinen dicken Körper.
Nicht für mich.

Da ist es dann total in Ordnung, mich immer wieder anzusprechen, mein nein nicht zu hören, und sich ein Ja zu denken weil mensch es sich wünscht. Das ist dann total in Ordnung, sich an mich zu schmeißen, mich stur zu nennen wenn ich anders fühle wie die Person, wenn ich nicht will, wenn ich allein sein möchte. Wenn ich nicht allein bin, weil andere mich allein gelassen haben sondern weil ich es mir wünsche.
Und von solchen Momenten will ich mich dann erholen können.
Ich brauche Teile der Stadt in den ich einfach durchatmen kann.
Wenn es nicht in solchen Räumen geht dann doch wenigstens in den Gebieten die sich zuhause nennen.
Die sich Kiez nennen.
Die sichere bekannte Umgebung.

Damit meine ich ganz einfache Wege zum Supermarkt. Ich möchte mich nicht darüber freuen müssen, dass heute zufällig ein Freund bei mir war, als ich nachts nachhause ging. Ich möchte mich darüber freuen dass Menschen bei mir sind, aber nicht weil sie mich beschützen müssen, nicht weil sie gerade so verhindert haben das Menschen mich durch sexualisierte Gewalt umbringen, weil sie solche N*kinder hier nie wieder sehen möchten. Ich möchte mich in diesem Moment nicht fragen, ob ich daran schuld bin, wegen meiner Frisur, wegen dem Kleid dass ich trage – ich will nicht mehr mir die Schuld geben.
Ich will keine betrunkenen Finger die auf meinen Körper zeigen.
Egal warum, ich möchte einfach keine betrunkenen Finger die auf meinen Körper zeigen. Weil ich dann in halb Achtstellung gehe, und bleibe. Weil sich die Angst immer wieder bewahrheitet.

Ich will nicht mehr, das Menschen mich auf meine Brüste ansprechen. Weder gut noch schlecht. Denn zu oft habe ich gehört, dass sie mich, den M , ja eigentlich gern direkt umbringen würden, aber wegen mein dicken Brüste mich vorher auf andere Weise zerstören werden.
Ich habe heute Großes geleistet.
Ich habe einem Freund geholfen, ich habe Dinge erledigt die lange zu erledigen waren, und ich habe versucht den Tag so weit es geht auszukosten, zu genießen.
Ich will die gottverdammten Lorbeeren dafür. Ich will jetzt ins Bett fallen grinsendeinschlafen mit dem guten Gefühl dass das „sich um sich selber kümmern“ einem hilft und es einem besser geht.Aber mit mir geht heutigen das Gefühl der Machtlosigkeit ins Bett.Denn am Ende des Tages habe nicht ich, sondern 2 betrunkene Rasissten auf einer Parkbank entschieden, dass dieser Tag nicht gut für mich ausgeht. Und nur weil ein Freund da war, nicht etwa weil ich stark genug bin, sondern einfach nur war eine typisierte weisse Person da war ist mir physisch nichts passiert.
Absolute Machtlosigkeit.
Ich kann weder verhindern, dass meine gesamte Existenz bedroht wird, noch kann ich in so einem Moment selber der ausschlaggebende Punkt sein, warum so etwas nicht eskaliert.

Ich habe keine Hoffnung darauf den beiden betrunkene Nazis etwas über die Konsequenzen beibringen zu können. Sie sehen mich nicht als Menschen und ich sie mittlerweile fast genauso wenig. Aber, die Person die mich am Samstag immer wieder bedrängt hat, die mich beleidigt hat weil ich stur bin weil ich nicht das wollte was sie wollte, vielleicht besteht ja bei dir Hoffnung. Vielleicht treffe ich dich irgendwann und kann dir sagen wie ich mich gefühlt habe. Vielleicht kann ich dir klarmachen, dass es egal ist queer dein Style ist, dass du in dem Moment einfach nur eine Bedrohung für mich dargestellt hast.
Vielleicht hörst du den Texten die du schreibst und mitsingst irgendwann einfach mal zu. Vielleicht verstehst du sie ja sogar und vielleicht, vielleicht verletzt du andere Menschen nicht mehr so sehr.

Ich glaube nicht daran.
Ich glaube selbst wenn der Feminismus es geschafft hat den weißen, dünnen und frauisierten Körper zu ermächtigen, dass ich weiterhin diese Erfahrung machen werde, denn die Kluft zwischen Frau sein und Mensch sein scheinen weniger groß wie die zwischen Schwarz, dick, Frau und Mensch sein.

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