{"id":1611,"date":"2018-02-14T07:00:20","date_gmt":"2018-02-14T06:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/schwarzrund.de\/?p=1611"},"modified":"2023-12-16T17:50:36","modified_gmt":"2023-12-16T16:50:36","slug":"bhm18rassismusindermakeupindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schwarzrund.de\/?p=1611","title":{"rendered":"#BHM2018 Keine Schattierungen &#8211; Rassismus in der Make-up Industrie"},"content":{"rendered":"<p>Schwarze Diskurse die sich mit Haar-, Mode- und Makeup Kultur besch\u00e4ftigen werden in wei\u00dfen linken und patriachalen BPoC Bewegungen gerne abgeharkt unter &#8222;tze, das ist doch nur Popkultur&#8220;. Doch das eben das Aussehen, die Schattierung in der popkultur weitreichende Folgen hat besprach Superheldin Amara La Negra mit Vice:<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-video\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"en\">.<a href=\"https:\/\/twitter.com\/LoveHipHopVH1?ref_src=twsrc%5Etfw\">@LoveHipHopVH1<\/a> star <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AmaraLaNegraALN?ref_src=twsrc%5Etfw\">@AmaraLaNegraALN<\/a> is taking her shot at the American music market \u2014 and promoting Afro-Latino culture along the way <a href=\"https:\/\/t.co\/ieBE2OXf5k\">pic.twitter.com\/ieBE2OXf5k<\/a><\/p>\n<p>\u2014 VICE News (@vicenews) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/vicenews\/status\/956937462365982720?ref_src=twsrc%5Etfw\">26. Januar 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Ein tragender Teil von professionellem Make-up sind Foundations, jene cremigen Pasten die der eigenen Hauptkomplexion entsprechen sollte, ein glattes Finish geben und Pickel, Narben und Pigmentst\u00f6rungen verdecken. Sicherlich schreien einige second-wave Feministinnen nun bereits emp\u00f6rt durch die Gegend,<a href=\"http:\/\/schwarzrund.de\/femme-queer-lesbisch-oder-theoriemonsta\/\"> &#8222;was hat sowas denn auf einem feministischen Blog zu suchen?!&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Diese Welt ist patriachal geordnet, das bedeutet aber nicht das alles <em>Femme<\/em>inine schlecht ist, sondern abgewertet wird. Das bedeutet aber auch, das manche Darstellungspraxen von <em>Femme<\/em>init\u00e4t h\u00f6her bewertet werden wie andere, wer gut geschminkt ist gilt als professioneller, hat ein h\u00f6heres Einkommen und wird schlichtweg weniger klassistisch behandelt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Lippenstifte und Liedschatten anpassungsf\u00e4hig an verschiedene Shades (Schattierungen) sind, sieht es bei Foundations anders aus, desswegen auch die riesige Freude \u00fcber das #Fenty release, die Foundationreihe von Rihanna die mit 40 Farben auf den Markt ging.<\/p>\n<p>Foundation-Produktionsfirmen richteten sich immer in der Hauptsache an wei\u00dfe Konsumentinnen, Schwarze und BPoC Kundinnen wurden g\u00e4nzlich ignoriert, es gab wenn \u00fcberhaupt gr\u00e4ulich orange angemischte Pasten in 1-2 Varianten.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"How beauty brands failed women of color\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/v5e4gwDGrNk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch Make &#8211; Up war an vielen Arbeitspl\u00e4tzen die einen Klassen\u00fcbergang darstellten Pflicht. Sekr\u00e4terinnen, Assistentinnen, Nannys in reichen Haushalten, solch repr\u00e4sentative Posten mit Kund*innenkontakt verlangten Kost\u00fcm, gegl\u00e4ttete Haare und eben Make-up. Die schlecht passenden Foundations passten in den Kanon des Blackfacing, daran wie gut oder schlecht das Make-Up passte war nicht mehr nur die Race, sondern auch die Klasse weiter deutlich zuzuordnen. Die Stigmatisierung von hohen BMI&#8217;s die vorallem rassifizierte K\u00f6rper nun einbegriffen, waren eine Umwandlung vion rassistischer Diskriminierung in klassitische Diskriminierung, die selben Gruppen wurden unterdr\u00fcckt, nur eben unter einem neuen Deckmantel.<\/p>\n<p>Bei Make-Up ging es \u00e4hnlich vor, Schwarz-Sein konnte nicht Teil der Chefetagen sein, denn das Make-up war zu unprofessionell. Frauen wurden hohe Positionen ohnehin verwehrt, doch nun konnten wei\u00dfe Frauen mit wei\u00dfen M\u00e4nnern gemeinsam agieren f\u00fcr den eigenen Aufstieg in einer patriachalen kolonialen Ordnung, ohne offene rassistische Argumente, klassistische lookistische Ausschl\u00fcsse ersetzen dies nun, die koloniale Ordnung blieb somit erhalten. Doch wenn dies in wei\u00df-dominierten Frauen-, Queer-, und linken Bewegungen versucht wird zu thematisieren wird es entweder als Femmethema abgetan oder mit &#8222;Ich sehe keine Farben !!111elf&#8220; abgewendet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"I Don&#039;t See Color - A Makeup Tutorial | Jackie Aina\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/t3z_pdr6z8w?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wenn also Firmen wie <a href=\"http:\/\/makeuploop.com\/why-do-beauty-brands-resist-diversifying-their-shade-ranges\/\">Tarte Shape Tape nach den Diskursen der letzen Jahre, den Release von #fenty und anderen Firmen sich dazu endscheiden nur 15 Farben auf den Markt zu bringen<\/a>, wovon 12 Orangensaft(unterton Kuhmilch) \u00e4hneln und die anderen drei eine Mischung aus Grau, Orange und Braun sind mit so unterw\u00e4ltigen Titeln wie &#8222;Mahagony&#8220; dann, ja dann ist die Reaktion von Beauty-Aktivist*Innen wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/lilpumpkinpie05\">Jackie Aina<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCroDJPcFCf6DBmHns6Xeb8g\">Nyma Tang<\/a> nicht &#8222;alberne Fragen der Pop- und Make-up branche&#8220; sondern erhaltene rassitische Marketingendscheidungen von Firmen auf Kosten von Schwarzen Femmeinit\u00e4ten. Schwarz-sein als Ordnungskategorie der Gesellschaft wurde genutzt um einen ganzen Kontinent an extrem unterschiedlichen Menschen \u00fcber einen Kamm zu scheren, Foundations die keine Untert\u00f6ne beachten, extrem limitiert auf den Markt gehen, fast nirgends vertieben und nur durch wei\u00dfe Gesichter beworben werden, tragen zu diesem Bild bei.<br \/>\nSchwarz-Sein ist ein unendlich vielschichtiger Begriff, sichtbare Praxen die dies auf vereinheitlichende ph\u00e4notypische Merkmale herrunterbrechen wollen sind nicht nur offenkundig rassistisch sondern bedienen sich der breiten kulturellen Praxis des Blackfacing. Schwarze Dark Skin Trans Frauen erfahren diese Gewalt am h\u00e4rtesten, Schwule Cis-m\u00e4nnliche Drag Queens nutzen unpassende, skurilwirkende Farbkomposition zur Selbstdarstellung, der Zugang f\u00fcr Foundations die sich von diesem Color-sceme deutlichst unterscheiden ist je nach Einkommen schwierig bis unm\u00f6glich. Make-up ist eine Handlungspraxis die aus vielen Perspektiven lebenserhaltend ist.<\/p>\n<p>Es mag gemein sein, dass Make Up mit Professionalit\u00e4t gleich gesetzt wird, jedoch betrifft diese Ungerechtigkeit zu einem \u00fcberproportionalen Anteil Dark-Skin Geschwister.<\/p>\n<p>Es ist\u00a0 irrelevant ob dir pers\u00f6nlich Make Up egal ist, es ist ein endscheidener Teil vieler Leben, aus Freiwilligkeit, aus gesellschaftlichem Zwang, aus Freude zu einer Kunstform, aus diversesten Gr\u00fcnden. Wann immer mir ein Diskurs l\u00e4cherlich, \u00fcberfl\u00fcssig und mainstreamig erscheint, versuche ich herauszufinden was die Hintergr\u00fcnde sind, danach bin ich immer wieder entt\u00e4uscht von meiner eigenen Ignoranz.<\/p>\n<p>Als Einstieg empfehle ich euch bzgl Hairculture, vorallem eben auch die kapitalistischen Auswirkungen von wei\u00dfen Sch\u00f6nheitsidealen, folgende Dokumentation <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-QhOoanzh60\">&#8222;Good Hair&#8220;.<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4cXsgT3ZcL8\">Jackie Aina, eine der lautesten und konstantesten Stimmen gegen rassistische Beautyfirmen, besprach zusammen mit Alissa das Problem.<\/a><\/p>\n<p>Nyma Tang hat mit ihrem Channel &#8222;The Darkest Shade&#8220; dem Thema viel Zeit gewidmet. Ihre Gedanken zu der Marketing-Strategie von Tarte sind sehr bemerkenswert. Denn die Emp\u00f6rung Schwarzer Konsument*Innen wird nun genutzt als Werbeinstrument f\u00fcr neue Foundations, die dann mit einer Erweiterung ihrer Palette gl\u00e4nzen wollen:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Tarte Shape Tape Foundation...My Thoughts! || Nyma Tang\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_iq7eu7Pozk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schwarze Bildungsarbeit unterst\u00fctzen ganz einfach via paypal:<\/p>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\"><input name=\"cmd\" type=\"hidden\" value=\"_s-xclick\" \/><br \/>\n<input name=\"hosted_button_id\" type=\"hidden\" value=\"CL26HGCRGBV6N\" \/><br \/>\n<input alt=\"Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen \u2013 mit PayPal.\" name=\"submit\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donate_LG.gif\" type=\"image\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/i\/scr\/pixel.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/form>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarze Diskurse die sich mit Haar-, Mode- und Makeup Kultur besch\u00e4ftigen werden in wei\u00dfen linken und patriachalen BPoC Bewegungen gerne abgeharkt unter &#8222;tze, das ist doch nur Popkultur&#8220;. 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