George Floyd – in eurem Tageslicht

Weiße, ekelt euch vor euch selbst

 

Deutsche Zeitungen schreiben über #GeorgeFloyd Ermordung am 25.05.2020 irgendwas zwischen nichts und einem 4-Zeiler. Jetzt wo leblose Dinge im Protest zerstört werden auf einmal ganze Artikel. Schwarzes Leben wird somit weniger wertgeschätzt wie physische nichtlebendige Güter.
Wir Unterdrückten wissen das sehr genau. Desswegen wird brennen was euch heilig ist, jedes billig produzierte Plastikteil das ihr wertvoller wie unsere Verwandten, unsere Leben findet.  Es ist eure Schuld, wies in den Wald hineinruft, wir tun, was nötig ist, um eure Aufmerksamkeit auf unser Unrecht zu lenken.
Es sagt nichts über den Sinn oder Unsinn unserer Proteste aus, sondern über euer Wertesystem. Ekelt euch vor euch selbst, statt unangefragte unqualifizierte Protestberatung vorzunehmen. Gert, wann hast du das letzte mal erfolgreich gegen 500 Jahre systematische Unterdrückung gekämpft, damit du dich jetzt als qualifizierter ansiehst? Mein Forschungsschwerpunkt ist Bewegungs- und Interventionsforschung. Also Nein, ich debattiere hier nicht mit dir und deinem basic „buhu aber die eigene Nachbarschaft!“. Ne‘ schicke Nachbarschaft ist egal wenn du dort getötet wirst vor Polizeizuschauern, bei Tageslicht, vom Staat. ich sage: Schwarzes Leben hat mehr Wert wie Güter, du sagst: aber auch in der EIGENEN Nachbarschaft?
Ja, uns sind die Leben der Geschwister mehr wert wie n schöner Kiez. Dass das für dich nicht zu begreifen ist? Ist genau der Punkt über den ich hier schreibe.
@jaboukie hat seinen Tweet mittlerweile gelöscht, ich zitiere ihn hier trotzdem „white people be like: “that target could’ve been someones son!‘ “ (weiße Leute so: dieser Target[große Ladenkette] hätte jemandes Sohn seon können!) und Travor Noah schaltet seine Kamera ein, geht in Vertragstheoretische Fragestellungen – kurz zusammengefasst: dass Target brennt bricht den Gesellschaftsvertrag, aber Schwarze Menschen durch den Staat zu ermorden bricht diesen jeden.verdammten.Tag. Für alle dies interessiert: The sexual Contract (Pateman), the racial contract (Mills) und Contract and Domination von beiden zusammen sind gute Einstiege in das Thema.

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Tony McDade  ein Schwarzer trans Mann ist am 27.05.2020 erschossen worden, in Großbritannien wird die Angestellte der Bahn Belly Mujinga

von einem Corona-Erkrankten Rassisten angespuckt und stirbt, es wird keine Anklage erhoben. Hanau. Bottrop. Oury Jalloh. Egal wieviele Namen ich hier erwähne, es wird immer unvollständig bleiben.

BI__________________________PoC

Zwischen BI und PoC gehört schon immer eine lange Sprechpause. Ja, es gibt Überschneidungen in den Erfahrungen, aber diese löschen nicht die Differenzen aus. Eine Bewegung, die Differenzen in erfahrener Unterdrückung zu gunsten von „Unity“ negiert, war immer zu unserem Nachteil. Ayims „Grenzenlos und Unverschämt“ heißt auf Englisch „Borderless and brazen: a poem against the German “u-not y” “ Unity=u-not y Wann immer Schwarz-Sein in einen größeren Begriff hineindeklariert wird, verschwindet er und die distinktive Unterdrückung gegen Schwarze Menschen. Schwarze Menschen erfahren rassistische und coloristische Gewalt nicht nur durch Weiße. Es gibt andere die spezifische Rassismen erfahren und Komplitz*innenschaften eingehen, m der Macht, dem weiß-sein etwas näher zu sein, besser darzustehen. Rassismus ist komplex weil koloniale Bestrebungen und andere rassistische Ideologien ihn komplex gemacht haben, um die Substanzlosigkeit von race zu kaschieren. Nicht wir sind kompliziert, sondern das System das ihr geschaffen habt um an der Macht zu sein o. zumindest in ihrer Gunst zu stehen. I can’t breathe sagen wir, wir bleiben borderless and brazen, gehen einen Schritt weiter und dann noch einen, ohne Luft zum atmen. Black, not PoC.

Dazwischen dann weitermachen

Manchmal stecke ich solche Nachrichen besser weg, manchmal schlechter. Diesesmal sehr schlecht. Schlafen, Essen, nicht nur dissozierend da sitzen – alles ist ein Kraftakt.Ich versuche meine Arbeit und mein Studium nicht „darunter“ leiden zu lassen. Versuche mich an diesem „trotzdem!“ und ich gewinne und scheitere. Heut ist es ein Gefühl der Wut, Hilflosigkeit, Angst und Einsamkeit, vorallem Trauer, auch Fremdscham, dafür wie Menschen sein dürfen. Kleine Anstregungen werden zu großen, morgen seit Rona erster Techniker-Termin in meiner Wohnung, die Vorstellung, das hier morgen ein weißer Mann ohne Atemschutz und Handhygiene in meiner Wohnung rumläuft wegen irgendwelcher deutscher Fristen … heute schwerer hinzunehmen. Heute alles zurechtzuräumen damit morgen ein weißer sich hier wohler fühlt … sonst völlig normal, heute fühl ich mich dabei eklig, weiß das es irrational to the roof ist aber fuck: ich wünschte in dieser welt gäb es für diese Irrationalität Raum! Wünschte rassistische Morde wären so selten, so ein Weltereignis der Empörung, das eine kurze Mail reichen würde, alle wüssten davon und wären entsetzt, Termine verschoben, Fristen aufgehoben, Kinder dürften daheim bleiben, es gäbe Raum für Trauer, Trauma, Wut und Verarbeitung.Meine Familie in den USA versteht nun das sie Schwarz sind, egal was dieser … ihnen eingeredet hat. Verstehen, dass diese Morde ihnen passieren, teilen ihre Ängste. Ich bin froh, dass wir Schwarzen Dominikaner*innen mehr verstehen und zugleich bedeutet es Schmerz anzuerkennen. Dadurch  kam es dass meine cousine das Video teilte, ohne jeglichen hinweis, weil sie das alles überfordert, ich verstehe das. jetzt sitze ich hier und weiß wie sein gesicht aussah als sie das leben aus ihm drücken. ich weiß das kinder dies gesehen haben und heute funktionieren müssen. Ich wünsche ich könnte heute allen geschwistern eine umarmung, zeit, essen und wutraum geben. wünschte ich häte umarmungen zeit essen und wutraum.

ich wünschte keine*r von uns bräuchte es, und George Floyd?

Er würde atmen, leben und seiner wege gehen.

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  1. Pingback: Undenkbarer Widerstand ?! Narrative um Schwarze Revolutionen – SchwarzRund

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