Angela Davis und Gina Dent am 14.05. in der WdK

Voll, Laut viele viele Menschen. Fast nur Schwarze Menschen, ein paar weisse, ein paar weisse mit Wursthaaren. Aber das ist heute egal denn es ist ein wahres König*innen treffen der Schwarzen Bewegungen, der PoC Bewegungen und antirassistischer Bündnisse. Ein persöhnliches Protokoll von mir.
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We are here and we will fight

Zuerst zeigt der Refugee Club, was Theater heißt. Das Stück treibt, bewegt und ist so dicht, dass ich es nicht zusammenfasse werde. Bucht die Gruppe, seht die Gruppe, alles andere wäre nur ein dünnes Abbild dessen was diese Menschen auf die Bühne bringen.

Jene starten auch mit dem ersten Beitrag an Angela Davis und Gina Dent . Das sterben im Mittelmeer kriegt ganz im nebenbei durch den Bruder einen neuen Namen. Töten.

Es klingt nach im Raum und Angela ergänzt es um einen weiteren Fakt: die Route auf der heute Menschen ertrinken und Boote zerstört werden, wurden früher versklavte Menschen zu Tode und in den Tod verschifft. Es ist das Gleiche-es ist immer das Gleiche. Dies durchzieht den gesamten Abend.

Kapitalismus wird benannt als Grund, als Impuls als Grundlage der Flucht, der Kapitalismus der gewissen Ländern ein Herrschaftsgefühl ermöglicht ist der Grund, das Menschen fliehen, reisen und ankommen – in jenen Ländern.
Und die weisen sehen diese Wege in die Haut derer geschrieben die sie verachten, doch statt zu begreifen das ihr Hoheitsgefühl auf diesem leid basieren töten sie weiter, in Zellen, durch psychische Gewalt und zu tausenden im Mittelmeer.
Auch die Tatsache, dass es ein Anrecht gibt auf anwaltschaftliche Vertretung, diese aber nicht existiert für Menschen ohne Status wurde von Gina Dent betont, gerade im Bezug auf den US Diskurs. Angela Davis brachte auch noch die Frage auf, wer davon profitiert, dasss es starke Geflüchtetenströme gibt und sieht hier klar private Polizeifirmen und private Gefängnisse als Profitöre. Somit kann sich nicht gewehrt werden gegen Abschiebung und rassistische Anzeigen u.ä.
Sie kritisierte auch sehr, dass Schwarze Bürger*innen sich distanzieren von Leuten die später migrieren und Schwarz sind um die eigene gesellschaftliche Situation zu verbessern. Ich erinnerte mich an die vielen Male in denen mein Vater mir erkläte das ich mich nicht schämen soll, wenn weise mich mit Schimpfwörtern bedachten die mich mit Leuten ohne Status gleichsetzen, das ich mir bewusst machen sollte welche Kämpfe in dieser Hierarchie die ich gerade spühre noch verborgen liegen.
Diese Brücke zu schlagen, diese Schneise nicht durch den Kapitaismus und white supremacy zwischen die Schwarzen Bewegungen und Lebensrealitäten kommen zu lassen sei die Verantwortung ebend jener, die priviligierter sind.

Zum Ende wurde von einem Bruder ohne Papiere betont, dass es auch ein weiteres Machtgefälle gibt das selten benannt wird, jenes zwischen Schwarzen und anderen Refugees, da z.B. Racial Profiling sehr viel öfter den Schwarzen Refugees passiert.

Oury Jalloh, #blacklivesmatter und Kommunikation zwischen Kämpfenden in den USA und Deutschland

Die Initiative Oury Jalloh und die Initiative Free Mumia sprachen als nächstes. Die Frage kam auf, warum nun das Thema Mord an Schwarzen Personen durch die Polizei endlich bekannter wird.
Angela Davis betonte, wie wichtig die Kämpfe in Deutschland sind für Mumia, da die Solidarität im großen Stil in den USA erst dadurch kam, das es Druck aus Deutschland gab.

Angela Davis:

„the case of oury jalloh is very important and should be noticed NOW in the States“

Warum aber wurde #blacklivesmatter so erfolgreich als Hashtag und Organisation? Dies liegt nicht an gesellschaftlicher Veränderung, nicht daran das dies gar ein neues Thema wäre. Das die neue Bewegung besser ist wie die alte (Davis Worte) sollte so sei und ist logisch denn: sie lernen aus der Schwarzen Geschichte. Der Erfolg ist da, weil die Aktivist*innen sich organisiert haben, später machte Angel Davis einen weiteren Punkt klar. Sie blieben. In Ferguson bei den Protesten blieben sie vor Ort, hielten den Kampf vor Ort am laufen und verstanden die Schwarzen Menschen vor Ort. Denn:
Angela Davis:

„the aktivist behind #blacklivesmatters are WOMEN
BLACK women
black QUEER women“

Der Applaus explodiert im Raum, und Angela erklärt im weiteren das auch der Fakt das sie selbst von Klassismus betroffen sind und waren ein wichtiger Fakt ist, nicht nur wegen einer Empathie ebene der eigenen Communitys gegenüber, sondern weil die Erfahrungen als queere Person die von Klassismus betroffen ist ein Erfahrungsschatz ist, einem Mittel an die Hand gibt, somit neue Methoden entstehen können.

Im weiteren führte Angela Davis aus, was die Erfahrungsswerte der #blacklivesmatter Gründerinnen auch für Auswirkungen auf die Organisationsstruktur haben. Ein Teil des US Diskurses war die Frage nach Führungspersonen in der Bewegung, die Medien zerrissen sich bei der Suche nach einem neuen Malcolm X, einem neuen Martin Luther King, doch vergebens sowohl im Guten wie im Schlechten. Einerseits kreiert #blacklivesmatters eine neue Form von Bewegung andererseits ist der Marginalisierungsdruck von Queerness in Bwwegungsgeschichten so stark, dass die Personen die sonst in diese Rolle gebracht werden würden hinter dem Hashtag verschwinden.

Obama und Schwarze Kämpfe

Gina Dent machte klar, das bei all dem was in Obama an Hoffnungen produziert wurde, Es nur zu Enttäuschungen kommen konnte. Trotzdem gibt es unter Obama überhaupt die Möglichkeit kämpfe zu organisieren, die Illegalisierung von Protesten unter Bush verhinderte z.B. einen stärkeren Support von Mumia Abu Jamal.
Angela Davis brachte ebenfalls den Punkt auf, dass erst durch die Jahre der Schwarzen Bewegung Schwarze Menschen sogenannte Gatekeeper Positionen wie z.B. Journalisten übernehmen konnten und somit Proteste nicht mehr in Gänze nur von weisen Leuten dargestellt werden. Auch sind nun erst das Ressourcen da, um Kämpfe zu ermöglichen, ebenfalls Auswirkungen des langsamen Entstehens einer Schwarzen Mittelschicht.

Gerade das zeigt, dass das Ziel von Kämpfen, laut Angela, nicht nur sein sollte einzelne Polizisten zu inhaftieren sondern eine Grundlegende Gesellschaftsänderung und Änderung der Strukturen von Polizei. So muss zum Beispiel die absurde Militarisierung der Polizei stoppen, da dies es mehr und mehr verunmöglicht z.B. das Protestrecht wahrzunehmen.

Von Palästina nach Ferguson #Blacklivesmatters

Gerade in dieser Militarisierung zeigt sich aber auch eine Verbindung zwischen Communitys. So wurde gegen Proteste in Palästina ein Gas eingesetzt, das später in Ferguson zum Einsatz kam. Via Twitter berichteten die Aktivist*innen aus Palästina was es für Umgangsmöglichkeiten gibt mit dem Gas, eine Verbindung entstand, es wurde sich gegenseitig besucht und ausgetauscht. Mittlerweile gibt es in den USA immer stärkere Bündnisse für Palästina und gegen Kolonialismus.


Gemeinsam kämpfen trotz_mit_wegen der Unterschiede

Die erste Sprecherin bestätigte, dass es eine Genderung bei Polizeigewalt gibt, also eklatante Unterschiede zwischen den Erfahrungen von Polizeigewalt aber, und das ist wichtig, auch Gemeinsamkeiten. Kampagnen die darauf hinweisen das auch Frauen erschossen wurden sieht sie zwiespältig, dies ist absolut wichtig und relevant, allerdings sollte dies nicht in der Konsequenz dazu führen das nicht mehr über die Gewalt im Ganzen geredet wird.

Glücklicher Aktivismus oder privilegierte Faulheit

Gerade junge Aktivistinnen beschäftigte die Frage, welche Form von Aktivismus angemessen ist. Soll ich den Job bei der Uno annehmen oder unterstütze ich dann nur die Herrschaftsstrukturen?

Gina Dent :

„ALL form of activism that try to make changes are welcome to me“

Laut ihr ist eine Diversität an Aktivismen nötig, um Veränderung herbeizubringen. Jede Methode hat ihre Berechtigung, sowohl jene die sich im Rahmen der Strukturen bewegt, wie auch jene die sich möglichst weit außerhalb von Machtmechanismen bewegt.
Davis ergänzte, „we all need to be involved in something that we enjoy!“ und erklärte das es sie immer irritiert hat, wenn menschen sich bedankten für ihren Aktivismus, dies sei uns ist kein Leiden für sie sondern etwas das sie liebt, sie liebt es Aktivistin zu sein.

Angela Davis:

„Aktivism is a wonderful way of life!“

Selbstorganisierte Schwarze Kämpfe gegen Genitalverstümmelungen

Eine Schwester ging auf die Bühne und berichtete davon, das sie gerade Netzwerke aufbaut gegen Genitalverstümmelung. Sie berichtete das sie ihre Mutter nicht kennengelernt hat und desswegen nun Angela Mutter nennt , denn das einzige was sie von ihrer Mutter weis, ist das sie Aktivistin war.

„I call her mama-bacause i was born as an activist!“

Angela wies darauf hin, dass die Geschichte der Kampagnen gegen Genitalverstümmelung es im heute schwierig macht für Schwarze Aktivistinnen, da diese oft entweder von Beginn an nur ein Tool waren um sich über Schwarze Menschen zu stellen oder aber geklaut und ausgenutzt wurden von weissen Feministinnen.
Es wird in diesem Kampagnen behauptet, das die schlimmste Form der Gewalt gegen Frauen nur in Afrika zu finden ist.

Ein weiteres Problem das Angela Davis ansprach war, das viele der Schwarzen Menschen in der Diaspora denken sie wüssten besser mit den Problemen der afrikanischen Länder umzugehen wie die Aktivist*innen vor Ort. Aus diesem Grund bedankte sie sich bei der Fragestellerin und bat sie darum, den diasporischen Bewegungen zu kommunizieren welche Art von Support für den Kampf sinnvoll ist, denn auch die Köpfe der Schwarzen Menschen im Westen sind kolonialisiert.

Wer darf was kritisieren

Bezüglich der Frage, ob wir den Staaten auf dem afrikanischen Kontinent kritisieren dürfen, wurde klar gemacht das dies definitiv möglich sein sollte, generell sei eine Kritik von Nationalismus nötig. Die zerbrochenen Hoffnungen die in Südafrika gesetzt wurden zeigen klar, wie stark die Wirkmacht von Kolonialismus ist. Gina Dent wies darauf hin das es von Weisen Menschen umgehend einen Antisemitismusvorwurf gibt, wenn du den Kolonialismus gegen Palästina benannt wird.

Die Schwarze Bewegung und die Lebensrealitäten von Südanmerikanerinnen

Eine Vertreterin der Gruppe respect! Sprach als nächstes.

Ein weites Thema wurde aufgetan, das mehr Platz gebraucht hätte. Es wurde darauf hingewiesen dass Südamerikanerinnen meist nur in präkeren Arbeitsbverhältnissen unterkommen, sowohl in den USA wie auch in Deutschland und sich die Schwarzen nicht afrokaribischen Kämpfe von ihnen distanzieren – dies führt dazu das Energien verloren gehen und auch eigene Privilegien nicht wahrgenommen werden. Sie sprach sich aus für einen gemeinsam stärken Kampf auch zusammen mit First Nations.

„Ich bin stolz eine Frau zu sein, den Frauen überleben und kämpfen!“

Das Plenum endete mit vielen offenen Fragen, einer unfassbaren Energie und einem Liebesgeständnis Angela Davis gegenüber der Schwarzen Bewegung in Deutschland speziell Adefra.

Auch der Blog hat ein Selfie gemacht mit Angela, ist ja klar 😉 WP_20150514_17_32_46_Pro

10 Comments

  1. Pingback: Angela Davis and Gina Dent at Werkstatt der Kulturen | Asyl strike berlin

  2. Pingback: “The Refugee movement is the movement of the 21st Century” – Angela Davis in Berlin, May 2015 | iwspace

  3. Ich möchte, bitte Euer Artikel in einem eigenen Blogbeitrag anführen, finde jedoch keinen Autorenkürzel, und auch keinen hinweis in einem Impressum der darauf hinweist wie Ihr als Urheber angeführt werden wollt. Mich zitiert man am besten als „Babewyn“, denn das ist die Kunstfigur, die hier blogt. Wie zitiere ich die AutorIn dieses Beitrags?

      1. Danke, dass Du die Zeit genommen hast so schnell meine Frage zu beantworten. Es ist für mich gute Übung klassisch zu zitieren, und ich habe die frustrierende Erfahrung machen müssen, dass sich Links in Luft auf lösen können. Wenn ich noch ein Paar Hinweise fest halte kann ich trotzdem die ursprüngliche, oder eine ähnliche Quell erneut ausfindig machen. (klappt nicht immer, aber ein Versuch wert! 😮 … )

        Danke auch, dass Du Prof. Davis Besuch in Berlin für uns (für mich) fest gehalten hast. Ich sah sie zuletzt vor dem virtuellen Zeitalter, 1985(?) höchst persönlich reden, und war tief beeindruckt. Es gibt nur wenige mit ihrer Breite und Tiefe an Erfahrung, und ihrer Klarheit und Umsichtigkeit in den Gedanken.

        1. i see! was ganz gut ist um ins klassische zitieren zu kommen ist dann das abrufdatum mit anzugeben und selbst via df druck den Artikel auf den du dich beziehst zu sichern. Somit könntest z.B. wenn du den Artikel vorstellen willst die Quelle in dem Zustand vorlegen in dem du dich auf sie bezogen hast 🙂
          die timebackmachine kennst du sicherlich?!

          Ich habs sehr gerne festgehalten und für ich war es total spanend mal so einen recht klassischen artikel-also einen bericht-zu schreiben für meinen blog und nicht z.B. wie früher für den ohlauer blog 🙂 habe ihn noch in der Nacht hochgestellt und war ein bisken schnell mal so am puls der zeit zu sein 🙂 Sicherlich etwas das als weitere Textform auf meinem Blog ein zuhause finden wird..

          1. re.: WayBackMachine. Nein, die Datenbank war mir bisher nicht untergekommen. Herzlichen Dank! Was für eine grandiose (wenn auch wie immer mit Vor- und Nachteilen behaftete) Idee. Ich werde sie, wenn auch nicht in diesem Falle, nutzen.

  4. Pingback: honor&privilege | Looney Babewynie, the jabberwock cook:

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